Lagerhallen Erweiterung
Nachträgliche Genehmigung und strukturelle Verstärkung eines ohne Baugenehmigung errichteten Gebäudes
Strukturelle Highlights
- Gebäude ohne Baugenehmigung und Ausführungsplanung errichtet
- Umfassendes Bestandsaufmaß aller Holzdecken, Dachtragwerke und Stahlstützen
- Bewehrungsscan der Bodenplatte durch spezialisiertes Fachunternehmen
- Bestimmung der Betongüte durch Laboruntersuchungen und Druckversuche
- Gezielte Verstärkungsmaßnahmen aufgrund unzureichender Tragreserven
- Einbau von Kreuzverbänden für seismische Aussteifung in Rheinhessen
- Zusätzliche Tragwerksplanung für Scheunenanbau und Wohnquartiere
- Erfolgreiche Genehmigung innerhalb von drei Monaten nach Beauftragung
Fakten
- Ort: Osthofen, Deutschland
- Jahr: 2025
- Leistung: Tragwerksplanung
- Kunde: Das Pack GmbH
- Der Antrag auf Baugenehmigung wurde 3 Jahre nach Abschluss des Baus eingereicht

Dieses Projekt erhielten wir über einen Architekten, mit dem wir seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. Die besondere Herausforderung bestand darin, dass das Gebäude ohne Baugenehmigung sowie ohne genehmigte Bau- und Ausführungsplanung errichtet worden war. Die ausführende Baufirma stellte ihre Tätigkeit später ein und ging insolvent. Erst nach einem Hinweis aus der Nachbarschaft wurde das Bauamt rund drei Jahre nach Fertigstellung auf das Gebäude aufmerksam. In der Folge standen behördliche Auflagen, mögliche Bußgelder sowie ein potenzieller Rückbau des Bauwerks im Raum. Eine der größten Herausforderungen bestand darin, dass keinerlei Bestandsunterlagen vorlagen, weder Architektur- noch Tragwerkspläne. In einem ersten Schritt wurde daher ein umfassendes Bestandsaufmaß durchgeführt. Sämtliche Holzdecken, Dachtragwerke und Stahlstützen wurden detailliert aufgenommen und dokumentiert. Zusätzlich wurde die Bewehrung der Bodenplatte durch ein spezialisiertes Fachunternehmen mittels Bewehrungsscan untersucht. Die Betongüte wurde über Laboruntersuchungen anhand von Druckversuchen bestimmt. Nach Zusammenführung aller relevanten Informationen konnte die Tragwerksplanung erstellt werden. Die Berechnungen zeigten, dass die bestehende Struktur für die geplante Nutzung als Lager nicht über ausreichende Tragreserven verfügte. Entsprechend wurden gezielte Verstärkungsmaßnahmen geplant und umgesetzt. Darüber hinaus ergab die Analyse, dass keine ausreichende Aussteifung für die im Gebiet Rheinhessen maßgebenden seismischen Einwirkungen vorhanden war. Dieses Defizit wurde durch den Einbau geeigneter Kreuzverbände behoben. In einem weiteren Schritt beauftragte uns der Bauherr zusätzlich mit der Tragwerksplanung für den Anbau einer weiteren Scheune sowie für zusätzliche Wohnquartiere auf dem Grundstück. Nach Erbringung sämtlicher erforderlicher statischer Nachweise einschließlich des Brandschutzkonzepts wurden die Unterlagen durch die Baubehörde genehmigt. Das Projekt konnte somit innerhalb von drei Monaten nach Beauftragung erfolgreich abgeschlossen werden. Dieses Projekt unterstreicht unseren konsequent lösungsorientierten Ansatz sowie unseren Anspruch, auch unter komplexen und sensiblen Rahmenbedingungen nachhaltige und genehmigungsfähige Ergebnisse zu erzielen.


