Neubau Mehrfamilienhaus in Fertigteilbauweise

Integrale Tragwerksplanung und agile Projektsteuerung für schnelle Realisierung eines Mehrfamilienhauses

Strukturelle Highlights

  • Berliner Verbau zur Straßenseite
  • Prüffähige Statik für Unterfangung der Nachbargebäude
  • Beweissicherung der Nachbargebäude zur Vermeidung von Streitigkeiten
  • Konstruktive Trennfuge zwischen Neu- und Bestandsgebäude
  • Nachweis differentieller Setzungen
  • Bemessung von Filigrandecken und hochwärmedämmenden Leichtbeton-Fertigteilwänden
  • Planungsphase bis Bauantrag in nur vier Wochen
  • Parallele Erd- und Tiefbauarbeiten während der Prüfphase

Fakten

  • Ort: Nürnberg, Deutschland
  • Jahr: 2026
  • Leistung: Tragwerksplanung, Projekt Management
  • Kunde: Sebaldus Living GmbH
  • Die geplante Projektlaufzeit von der Entwurfsphase bis zur finalen Abnahme beträgt neun Monate
Multi-Family Housing Precast Construction Project
Projektübersicht

Die Sebaldus Living GmbH ist ein etablierter Bauträger im Raum Nürnberg mit mehr als 1.000 realisierten Wohneinheiten. Entsprechend verfügt das Unternehmen über ein sehr eingespieltes Team sowohl in der Planung als auch in der Ausführung. Aufgrund positiver Empfehlungen und unserer transparenten sowie qualitativ hochwertigen Arbeitsweise konnten wir diesen Bauträger, der in der Vergangenheit negative Erfahrungen mit beauftragten Tragwerksplanern gemacht hatte, langfristig als Partner gewinnen. In diesem Projekt übernahmen wir die Erstellung der prüffähigen Tragwerksplanung einschließlich sämtlicher Bewehrungs- und Schalpläne. Zur Beschleunigung des Genehmigungsprozesses wurde ein Prüfstatiker aus unserem eigenen Netzwerk eingebunden. Zunächst wurde der Verbau zur Straßenseite als Berliner Verbau bemessen. Zusätzlich erstellten wir die prüffähige Statik für die Unterfangung der Nachbargebäude, um zusätzliche Setzungen und daraus resultierende Schäden zu vermeiden. In diesem Zusammenhang wurden wir ebenfalls mit der Beweissicherung der Nachbargebäude beauftragt, um potenzielle Streitigkeiten aufgrund von Bauschäden präventiv auszuschließen. Zusätzlich wurde der Neubau an das Bestandsgebäude angebunden, sodass aus Platzgründen lediglich ein gemeinsamer Eingang und ein gemeinsames Treppenhaus genutzt werden. Zur Vermeidung von Rissbildungen wurde zwischen beiden Gebäuden eine konstruktive Trennfuge vorgesehen und die zu erwartenden differentiellen Setzungen rechnerisch nachgewiesen. Parallel dazu arbeiteten wir eng mit dem Fertigteilhersteller zusammen, um die Filigrandecken sowie die patentierten, hochwärmedämmenden Leichtbeton-Fertigteilwände statisch zu bemessen und optimal in das Gesamtkonzept zu integrieren. Das Besondere an diesem Projekt war, dass wir sowohl als Tragwerksplaner als auch als Projektsteuerer tätig waren. Bereits in der Vorplanungsphase standen sämtliche Projektbeteiligten fest. Planer, Bauherr, ausführende Baufirma und Fertigteilhersteller saßen von Beginn an gemeinsam am Tisch. Potenzielle Problempunkte wurden frühzeitig identifiziert, offen diskutiert und gemeinsam gelöst. Durch diese frühe und enge Zusammenarbeit konnte die Planungsphase bis zur Einreichung des Bauantrags auf lediglich vier Wochen verkürzt werden. Dank unseres Netzwerks innerhalb der Baubehörden sowie der engen Abstimmung mit dem Prüfstatiker konnten während der Prüfphase bereits Erd- und Tiefbauarbeiten durchgeführt werden. Nach Erteilung der vollständigen Genehmigung konnte die bereits in die Planung eingebundene ausführende Baufirma unmittelbar mit dem Hochbau beginnen. Da die TGA-Planung von Anfang an integriert war und sämtliche Durchbrüche bereits in der Entwurfsphase final festgelegt wurden, kam es im weiteren Projektverlauf zu keinen Verzögerungen. Dieses Projekt stellt einen vollen Erfolg für unsere Projektsteuerungssparte dar. Unsere Philosophie der agilen Projektsteuerung verzichtet bewusst auf starre, normierte und vorab festgelegte Abläufe. Stattdessen steuern wir Projekte anhand der realen Rahmenbedingungen, durch die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten, den gezielten Einsatz unseres Behördennetzwerks sowie den Erhalt von Teilgenehmigungen zur Ermöglichung paralleler Ausführungsprozesse.

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