Nutzungsänderung Denkmalschutz

Statische Nachweise und Verstärkungsmaßnahmen für die Umwandlung eines denkmalgeschützten Wohngebäudes in Büroeinheiten

Strukturelle Highlights

  • Durch die Nutzungsänderung erhöhte sich die Verkehrslast von 1,5 kN/m² auf 3,0 kN/m²
  • Entfernung tragender Stahlbetonwände für offene Raumgestaltung
  • Öffnungen für Türdurchbrüche im aussteifenden Treppenhauskern
  • Vollständige Nachrechnung von über 800 Seiten handgeschriebener Statik aus 1989
  • Nachweis, dass keine zusätzlichen Aussteifungsmaßnahmen erforderlich waren
  • Lastabtrag durch Abfangträger mit Stahlstützen ersetzt
  • Alle Leistungen innerhalb von zwei Wochen nach Beauftragung erbracht

Fakten

  • Ort: Würzburg, Deutschland
  • Jahr: 2025
  • Leistung: Tragwerksplanung
  • Kunde: Jumitec Solar GmbH
  • Das Bestandsgebäude verfügte über eine Tragwerksplanung aus dem Jahr 1989, bestehend aus über 800 handgeschriebenen Seiten
Heritage Protection Change of Use Project
Projektübersicht

In diesem Projekt plante der Bauherr eine Nutzungsänderung eines denkmalgeschützten Bestandsgebäudes. Die bestehende Nutzung als Wohneinheiten sollte in Büroeinheiten umgewandelt werden, wobei eine möglichst offene Raumgestaltung gewünscht war. Aufgrund des Denkmalschutzes waren jedoch nicht alle baulichen Eingriffe genehmigungsfähig und mussten eng mit der Baubehörde abgestimmt werden. Im Zuge der Nutzungsänderung waren folgende statische Herausforderungen zu lösen: • Durch die Nutzungsänderung erhöhte sich gemäß DIN EN 1991-1 die Verkehrslast von 1,5 kN/m² auf 3,0 kN/m². • Zur Umsetzung der offenen Raumgestaltung sollten tragende Stahlbetonwände entfernt werden. • Zusätzlich waren Öffnungen für Türdurchbrüche im aussteifenden Treppenhauskern vorgesehen. Um die Anforderungen des Bauherrn zu erfüllen und gleichzeitig die Vorgaben der Baubehörde sowie der Prüfstatik einzuhalten, wurden folgende Maßnahmen umgesetzt: Die Bestandsstatik der Decken wurde geprüft und vollständig nachgerechnet. Diese bestand aus über 800 Seiten handgeschriebener Statik aus dem Jahr 1989. Die maßgebenden Bemessungssituationen der Decken wurden identifiziert und mit aktueller Software nach geltenden Normen unter Berücksichtigung der erhöhten Verkehrslasten überprüft. Darüber hinaus wurde die Aussteifung des Gebäudes infolge der geplanten Öffnungen neu berechnet. Die Nachweise ergaben, dass für die vorgesehenen Türdurchbrüche keine zusätzlichen Aussteifungsmaßnahmen erforderlich waren. Der Lastabtrag der tragenden Innenwände wurde detailliert analysiert und anschließend durch Abfangträger mit Stahlstützen ersetzt. Aufgrund des hohen Zeitdrucks des Bauherrn wurden sämtliche Leistungen, einschließlich der Abstimmungen und Nachweise gegenüber dem Prüfstatiker, innerhalb von zwei Wochen nach Beauftragung erbracht. Dies unterstreicht unsere systematische, effiziente und professionelle Arbeitsweise.

Crane system assessment